Am 16. Juli 2016 fand in der Festhalle Bad Oldesloe ein großes Jubiläumskonzert zum 70. Geburtstag der Oldesloer Singakademie statt.

„Happy“ – neues Arrangement von Barbara Rupp

1945 gab es noch kein Fernsehen, die Radiosender wurden erst nach und nach von Propaganda auf Unterhaltung umgestellt, im Kino lief vor dem einen Hauptfilm die „Wochenschau“, Theatergebäude mussten erst wieder renoviert und ausgestattet werden, Vereine aller Art waren über Jahre verboten gewesen. In dieser „kulturlosen“ Zeit war das Bedürfnis der Menschen nach fröhlicher Unterhaltung groß. Der alte Oldesloer Männerchor wollte wieder aktiv werden und suchte sich einen Dirigenten.

August König wurde dazu nach Bad Oldesloe geholt und als Städtischer Musikdirektor eingestellt. Tatkräftig erweckte er nicht nur das Singen im Männerchor wieder zum Leben, sondern er gründete einen Jugendchor, eine „Pfeifer“-Gruppe (Vorläufer der Spielmannszüge) und einen gemischten Chor – die Oldesloer Singakademie.

Im Archiv sind 125 Frauen und Männern verzeichnet, die damals dringend muntere Lieder singen wollten. Unter der Leitung von August König wurden Konzerte auf dem Marktplatz und im heutigen „Oldesloer Hof“ aufgeführt.

Die Oldesloer Singakademie feierte 10jähriges, 20jähriges, 30jähriges, 40jähriges, 50jähriges und 61jähriges Bestehen – immer mit großen Konzerten, zuletzt in der Festhalle in Bad Oldesloe. 2016 steht das 70jährige an.

Bis dahin wird die Singakademie auf eine Reihe von Chorleitern zurückblicken können. Den Beginn machte 1946 August König, darauf folgten Bruno Brückmann, Wilhelm Albeck, Dorothea Albeck (für 25 Jahre – als Highlight zu nennen ist die Opern-Gala 2000) und der Lette Andis Paegle (bis zum Jahreswechsel 2005/2006), der einmal einen befreundeten lettischen Chor zu einem gemeinsamen Konzert eingeladen hatte. Ein kurzes Zwischenspiel gab Waldemar Majewski (bis Juli 2006), so dass das 60jährige Bestehen leider nicht mit einem Konzert gekrönt werden konnte. Aber danach wendete sich das Blatt wieder und wir konnten uns sechs Jahre lang zusammen mit der jungen Musikstudentin Anna Lisa Weigandt zu einem romantischen Chor entwickeln, bis diese ins Referendariat im Lehramt wechselte. Von Albeck bis Weigandt lag die Zahl der aktiven Mitglieder über Jahre hinweg mit einer sanften Fluktuation kurz über 30.

Der letzte Wechsel ist uns noch gut in Erinnerung. Im Sommer 2012 fanden Barbara Rupp und die Oldesloer Singakademie zusammen. „Zum Glück hat der gemischte Chor die Lübecker Chorleiterin Barbara Rupp (50) für sich gewinnen können. Die studierte klassische Sängerin und Gesangspädagogin wechselte nach Jahren der sängerischen Tätigkeit vor einiger Zeit auf die Seite der Ausbildung von Pop- und Jazzsängern. Mehrere Ensembles, wie „Intakt“, den „Jazzchor Lübeck“ und „Sheswing Braunschweig“, hat sie gegründet und schnell zur Aufführungsreife gebracht. Jetzt beginnt mit der Oldesloer Singakademie ein neuer Abschnitt. Dieser Traditionschor mit Sängerinnen und Sängern zwischen 35 und 80 hat schon ein reiches Repertoire und ein gewisses Eigenleben, auf das Barbara Rupp geschickt einzugehen weiß.“ So hieß es damals in der Presseerklärung zum Probenbeginn.

Barbara Rupp selbst schreibt im Internet: „Wenn die vielen Menschen in meinem Chor plötzlich begreifen, was ich meine, auf einmal ganz unerwartet präsent sind, es hin kriegen und zusammen Musik machen, dann kommt die Gänsehaut und es berührt mich, wie nichts sonst mich berühren kann.“ Diese Faszination bleibt bei ihren Sängern nicht unbemerkt. „Wir freuen uns, dass die Singakademie von dieser Profi-Chorleiterin in Zukunft ganz neu gefordert wird“, beschreibt der Vorsitzende Wolfgang Claus 2012 die Stimmung im Chor.